Betriebsporträts
Naturland Betrieb Freudenstein
Der Naturland Betrieb Freudenstein GbR liegt in Schwalmtal im hessischen Vogelsbergkreis. Als reiner Familienbetrieb wird er ohne den Einsatz von fremden Arbeitskräften bewirtschaftet. Die gesamte bewirtschaftete Fläche umfasst 114 Hektar, die sich in 58 Hektar Ackerland und 56 Hektar Grünland aufteilen.
Schwerpunkt des Betriebs ist die Milchproduktion mit 95 Milchkühen der Rassen Holstein Friesian (Schwarzbunt und Rotbunt) sowie Fleckvieh. Die Tiere sind in einem Boxenlaufstall untergebracht und genießen Zugang zur Weide. Die Fütterung ist als Total-Misch-Ration (TMR) auf Basis von Grassilage konzipiert, die über einen Mischwagen vorgelegt wird. Der Ackerbau ist vollständig auf den Eigenbedarf des Betriebes ausgerichtet und liefert einen Großteil des Grund- Kraftfutters. Angebaut werden Kleegras, Wintergerste, Winterweizen, Triticale, Hafer und Sommergerste. Neben der Milchviehhaltung und dem Ackerbau nutzt der Betrieb Photovoltaikanlagen zur Energiegewinnung und pflegt eine Streuobstwiese mit etwa 40 Obstbäumen.
Beim Klimaschutz hat der Betrieb bereits verschiedene Maßnahmen umgesetzt. Im energetischen Bereich wird eine PV-Anlage zur Eigennutzung mit einem Batteriespeicher betrieben, ergänzt durch energiesparende Technik wie eine frequenzgesteuerte Vakuumpumpe und eine Wärmerückgewinnung an der Milchkühlung. Das Nährstoffmanagement erfolgt über eine emissionsarme Gülleausbringung mittels Schleppschlauch sowie die Kooperation mit einer Biogasanlage, in die der Festmist geliefert wird und von der Gärreste als Dünger zurückfließen. Im Pflanzenbau tragen der Erhalt von Dauergrünland, der Kleegrasanbau und eine hohe Futterqualität zur Klimabilanz bei.
Für die Zukunft sind weitere Schritte zur Steigerung der Klimaeffizienz geplant. Dazu gehört zum Beispiel die Verbesserung des Herdenmanagements durch Digitalisierung. Ein besonderer Fokus liegt auf der Tiergesundheit, um die Nutzungsdauer der Kühe zu verlängern, die Fruchtbarkeit zu optimieren und Verluste zu senken. Zudem sollen die Futterqualität weiter verbessert, die PV-Kapazitäten erweitert und die Separation von Gülle geprüft werden. Insgesamt erhofft sich der Betrieb dadurch neben einer verbesserten Klimabilanz eine Leistungssteigerung zur Erhöhung der Gesamteffektivität.
Die größte Herausforderung bei der Umsetzung dieser Klimaschutzmaßnahmen liegt im Verhältnis von Aufwand, Kosten und konkretem Nutzen, da Investitionen in einem wirtschaftlich tragfähigen Verhältnis zur ökologischen Wirkung stehen müssen.
Von der Teilnahme am Projekt erhofft sich der Betrieb eine fundierte Datenbasis, sowie eine betriebliche Klimabilanz anhand derer weitere Stellschrauben mit Hilfe der Projektpartner identifiziert werden können. Ziel ist es, aktuelle Informationen und Wissen zu bündeln, um die eigene Betriebsführung zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Nicht zuletzt freut sich der Betrieb über einen fachlichen Austausch mit anderen Projektbetrieben.

Familie Freudenstein vor dem neuen Milchvieh-stall. Foto: Freudenstein

Der moderne Milchviehstall und die umliegenden Weiden von oben. Foto: Freudenstein
