top of page

Betriebsporträts

 

Bio Betrieb Daxenbichler

​

Der Bio-Milchviehbetrieb von Familie Daxenbichler liegt nordwestlich von Rosenheim und bewirtschaftet knapp 42 ha landwirtschaftliche Nutzfläche, davon ca. 23 ha Ackerfläche und 19 ha Grünland. Seit Ende der 90er Jahre setzt die Familie auf genetisch hornloses Fleckvieh. Das Jungvieh verbringt den Sommer über auf der Alm, während der Rest der Herde auf den umliegenden Weiden und im Stall mit Grundfutter und Kraftfutter aus eigenem Futterbau versorgt wird. Die Teilnahme am KlimaTier ist für den Betrieb nicht der erste Berührungspunkt mit Klimabilanzierungen. So nahm der Betrieb bereits bei einem Vorgängerprojekt teil und ist hinsichtlich der Themen Klimaschutz, Tierhaltung und Tierwohl sehr motiviert. Mehr dazu im Videointerview.

 

​

Text: T. Seibert 

​

​

 

Naturland Betrieb Freudenstein

​​

Der Naturland Betrieb Freudenstein GbR liegt in Schwalmtal im hessischen Vogelsbergkreis. Als reiner Familienbetrieb wird er ohne den Einsatz von fremden Arbeitskräften bewirtschaftet. Die gesamte bewirtschaftete Fläche umfasst 114 Hektar, die sich in 58 Hektar Ackerland und 56 Hektar Grünland aufteilen.

​

Schwerpunkt des Betriebs ist die Milchproduktion mit 95 Milchkühen der Rassen Holstein Friesian (Schwarzbunt und Rotbunt) sowie Fleckvieh. Die Tiere sind in einem Boxenlaufstall untergebracht und genießen Zugang zur Weide. Die Fütterung ist als Total-Misch-Ration (TMR) auf Basis von Grassilage konzipiert, die über einen Mischwagen vorgelegt wird. Der Ackerbau ist vollständig auf den Eigenbedarf des Betriebes ausgerichtet und liefert einen Großteil des Grund- Kraftfutters. Angebaut werden Kleegras, Wintergerste, Winterweizen, Triticale, Hafer und Sommergerste. Neben der Milchviehhaltung und dem Ackerbau nutzt der Betrieb Photovoltaikanlagen zur Energiegewinnung und pflegt eine Streuobstwiese mit etwa 40 Obstbäumen.

​

Beim Klimaschutz hat der Betrieb bereits verschiedene Maßnahmen umgesetzt. Im energetischen Bereich wird eine PV-Anlage zur Eigennutzung mit einem Batteriespeicher betrieben, ergänzt durch energiesparende Technik wie eine frequenzgesteuerte Vakuumpumpe und eine Wärmerückgewinnung an der Milchkühlung. Das Nährstoffmanagement erfolgt über eine emissionsarme Gülleausbringung mittels Schleppschlauch sowie die Kooperation mit einer Biogasanlage, in die der Festmist geliefert wird und von der Gärreste als Dünger zurückfließen. Im Pflanzenbau tragen der Erhalt von Dauergrünland, der Kleegrasanbau und eine hohe Futterqualität zur Klimabilanz bei.

​

Für die Zukunft sind weitere Schritte zur Steigerung der Klimaeffizienz geplant. Dazu gehört zum Beispiel  die Verbesserung des Herdenmanagements durch Digitalisierung. Ein besonderer Fokus liegt auf der Tiergesundheit, um die Nutzungsdauer der Kühe zu verlängern, die Fruchtbarkeit zu optimieren und Verluste zu senken. Zudem sollen die Futterqualität weiter verbessert, die PV-Kapazitäten erweitert und die Separation von Gülle geprüft werden. Insgesamt erhofft sich der Betrieb dadurch neben einer verbesserten Klimabilanz eine Leistungssteigerung zur Erhöhung der Gesamteffektivität.

​

Die größte Herausforderung bei der Umsetzung dieser Klimaschutzmaßnahmen liegt im Verhältnis von Aufwand, Kosten und konkretem Nutzen, da Investitionen in einem wirtschaftlich tragfähigen Verhältnis zur ökologischen Wirkung stehen müssen.

​

Von der Teilnahme am Projekt erhofft sich der Betrieb eine fundierte Datenbasis, sowie eine betriebliche Klimabilanz anhand derer weitere Stellschrauben mit Hilfe der Projektpartner identifiziert werden können. Ziel ist es, aktuelle Informationen und Wissen zu bündeln, um die eigene Betriebsführung zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Nicht zuletzt freut sich der Betrieb über einen fachlichen Austausch mit anderen Projektbetrieben.

​

Screenshot_20250224_095551_Gallery_edited.png

Familie Freudenstein vor dem neuen Milchvieh-stall. Foto: Freudenstein

Stall Luftbild_edited.jpg

Der moderne Milchviehstall und die umliegenden Weiden von oben. Foto: Freudenstein

 

Bioland Betrieb Emden

 

Die Biolandbetrieb der Familie Emden liegt in der Nähe des Edersees in Nordhessen.  Zusammen mit seiner Frau bewirtschaftet Betriebsleiter Heinfried Emden auf sandigen Lehmböden insgesamt 186 Hektar landwirtschaftliche Fläche, davon 75 Hektar Ackerland und 111 Hektar Dauergrünland.

​

Schwerpunkt des Betriebs ist die Milchproduktion mit 85 Milchkühen der Rassen Holstein (Rotbunt), Fleckvieh und Braunvieh. Die Tiere werden in einem Boxenlaufstall sowie in einem Kompoststall gehalten und erhalten überwiegend betriebseigenes Grundfutter. Eine Besonderheit auf Heinfrieds Betrieb ist die reine Heufütterung und die dafür eigens gebaute Heutrocknungshalle. Zudem haben die Tiere Zugang zur Weide, was sowohl dem Tierwohl als auch der Grünlandnutzung zugutekommt. Ein weiteres besonderes Merkmal ist die kuhgebundene Kälberaufzucht, die eine enge Bindung zwischen Kuh und Kalb ermöglicht.

​

Der Ackerbau dient in erster Linie der betriebseigenen Futterversorgung, wobei auch Ackerbohnen und Speisegetreide als Marktfrüchte angebaut werden. Die Vermarktung erfolgt über regionale Partner wie Mühlen oder weitere Abnehmer. Die vielfältige Fruchtfolge umfasst diverse Winter- wie auch Sommergetreide, Ackerbohnen sowie mehrjähriges Kleegras oder Luzerne. Diese abwechslungsreiche Fruchtfolge trägt zur Bodenfruchtbarkeit und Stickstoffbindung bei. Ergänzt wird das System durch Agroforststrukturen, die den Betrieb ökologisch aufwerten. Weitere Besonderheiten sind die Heutrocknung mittels Heutrocknungsanlage zur Sicherung hochwertiger Futterqualität sowie der Einsatz eines Balkenmähwerks, das eine besonders schonende Grünlandbewirtschaftung ermöglicht.

​

Im Bereich Klimaschutz wurden auf dem Betrieb bereits mehrere Maßnahmen umgesetzt. Dazu zählen die Düngung mit Festmist und Kompost, die Etablierung von Agroforstsystemen, regelmäßiger Weidegang sowie eine flache Bodenbearbeitung zur Schonung der Bodenstruktur und Reduktion von Emissionen.

​

Für die Zukunft plant Heinfried, sein Engagement im Klimaschutz weiter auszubauen. Vorgesehen ist unter anderem die Anlage zusätzlicher Agroforstflächen, um Biodiversität und Kohlenstoffbindung weiter zu steigern. Darüber hinaus wird die Nutzung eines Holzvergasers zur Strom- und Wärmegewinnung angestrebt. Auch die Errichtung einer Feststoffbiogasanlage ist geplant, um organische Reststoffe energetisch zu nutzen und den Betrieb unabhängiger von externen Energiequellen zu machen.

​

Eine zentrale Herausforderung bei der Umsetzung dieser Maßnahmen stellen die hohen Investitionskosten sowie der zusätzliche Arbeitsaufwand dar.

Von der Teilnahme am Projekt erhofft sich der Betriebsleiter, Klimaschutzmaßnahmen und betriebswirtschaftliche Aspekte besser miteinander verknüpfen zu können. Ziel ist es, fundierte Entscheidungsgrundlagen zu erhalten, um den Betrieb sowohl ökologisch als auch ökonomisch zukunftsfähig weiterzuentwickeln.

​​

Text: T. Seibert

bottom of page